Neuseeland: Auckland & Coromandel


Warnung am Anfang vom Coromandel WalkwayJa, ich bin ein Weichei. Als ich heute morgen in Hahei abfahren wollte, da regnete es in Strömen. Und da der Wetterbericht für den Rest des Tages nicht besser war, entschied ich mich kurzfristig doch noch einen Tag länger im sehr schönen Hostel in Hahei zu bleiben. Dafür bekommt Ihr nun diesen Bericht über die ersten Tage in Neuseeland inklusive eines kleinen Abenteuers 🙂

Cairns – Auckland
Nach einem letzten ausgiebigen Nachtessen im Tropic Days Hostel in Cairns (All what you can eat Pizzas), ging es früh am nächsten Morgen mit dem Shuttle zum Flughafen. Check-in klappte problemlos und ich musste dank meinem Works Deluxe Ticket bei AirNewZealand, welches bereits zwei Gepäckstücke beinhaltete, auch nicht noch zusätzlich für’s Fahrrad zahlen. Dafür wurde überprüft, ob ich ein Rückflug-Ticket aus Neuseeland raus habe. Zum Glück hatte ich mir da eines organisiert… Nach einem letzten Security Check ging es an Board und mit etwas Verspätung raus auf’s Meer. Ich hatte endlich wieder einmal einen Fensterplatz und konnte so Teile des Great Barrier Reefs aus der Luft bestaunen. Und als Einstimmung auf Neuseeland genoss ich unterwegs den ersten Teil von Lord of the Rings :-).

Am Flughafen in Auckland angekommen, ging es erstmals durch die Immigration und dort bekam ich ohne Probleme ein Visum für drei Monate. Danach kam wie in Australien die Biohazard Kontrolle. Auch hier wurde meine Fahrradbox geöffnet und mein Zelt ausgepackt, aber beides für sauber und daher unbedenklich erklärt und ich konnte mit dem Shuttle weiter in mein Hostel. Die nächsten Tage verbrachte ich mit Organisieren von SIM-Karte für mein Smartphone, Karte und Reiseführer und diverse andere Kleinigkeiten kaufen. Und am Abend vor meiner Abreise kochte ich zusammen mit dem jungen Deutschen Hans „Älplermagronen“ im Internation Food Contest. Die Magronen waren zwar gut, aber gegen das in Rotwein eingelegte Fleisch der Franzosen hatten wir natürlich keine Chance. Dafür konnten unser Gericht auch die Vegetarier (wenn auch nicht die Veganer) essen.

Coromandel Town – Fletcher Bay
Am 27ten November ging es dann endlich los. Mein erstes Ziel war die Halbinsel Coromandel östlich von Auckland. Um die Reise etwas zu beschleunigen, beschloss ich die kleine Fähre von Auckland dort hinüber zu nehmen. Und die Fahrt alleine war es schon wert und wir sahen auch noch ein paar Delphine unterwegs. Mit auf der Fähre war auch ein junger Südafrikaner, der mit dem Bus unterwegs ist und ein junger Deutscher Tourenfahrer. Zusammen mit dem Deutschen fuhr ich dann weiter ins nahe gelegene Coromandel Town und blieb dort im Hostel. Der Höhepunkt dieses Hostels war klar der Pool und der Hot Tub.

Mein Ziel war es, die Nordspitze der Halbinsel zu umrunden. Das Problem war nur: Diese Schotterpiste ist nicht durchgehend. Alternativ gibt es einen Fussweg, den Coromandel Walkway. Dieser ist aber eigentlich für Fussgänger gedacht. Ich hatte im Voraus nicht viele Informationen über Tourenfahrer gefunden, die diese Strecke schon mit einem Tourenrad gemacht hatten. Ich hatte aber auch keine Stelle gefunden, wo jemand schrieb, dass es nicht gehen würde. Deshalb wollte ich es einfach mal versuchen.

Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Norden und es war schon mal recht hügelig. Zum Mittagessen genoss ich in Colville einen Feta/Spinat Pie vom Supermarkt und ein Brownie aus dem daneben liegenden Cafe. Beides war sehr gut. Weiter ging es von nun an auf der Schotterpiste. Und dies mit etwas breiteren Strassenreifen. Es ging aber gut und die Landschaft war grandios. Am späteren Nachmittag erreichte ich schliesslich den Zeltplatz in Port Jackson. Abgesehen von den super freundlichen Angestellten, war ich in der einen Hälfte des Zeltplatzes wohl der einzige nicht Deutsche ;-).

In der Nacht regnete es ein wenig und ich war deshalb unsicher, ob ich weiterfahren sollte oder nicht, da ich es keine gute Idee fand, den Walkway bei Regenwetter zu machen. Ich packte aber schlussendlich mein Zelt zusammen und fuhr Richtung Fletcher Bay. Unterwegs begann es wieder zu regnen und es hörte auch nicht wieder auf. Zu meiner Freude erblickte ich in Fletcher Bay ein Schild, welches auf eine Backpackers Unterkunft hinwies. Auf Zelten verzichte ich bei solchem Wetter gerne. Nach längerem Warten erschien schliesslich der Platzwart und er gab mir ein Bett in der Unterkunft. Ich war zu diesem Zeitpunkt der einzige Gast, was doch etwas einsam war. Aber dafür war es trocken und ich hatte eine warme Dusche. Am späten Abend trafen dann noch zwei Neuseeländer ein. Diese wollten hier mit ihrem Kayak Fischen gehen.

Coromandel Walkway
Der Regen hörte am Abend auf, dafür windete es stark. Das Platzwartepaar warnte mich denn auch vor evtl. starken Böen auf dem Walkway. Und so machte ich mich auf den Weg. Zuerst hiess es mal einen Viezaun zu überwinden. Danach ging es weiter über Gras bewachsene Wege. Velo fahren war eher schwierig und der Wind zwang mich das eine oder andere Male anzuhalten und kurz zu warten. Der Weg war zum Teil sehr steil und ich kam etwas langsamer voran, als es für Fussgänger angegeben war. Mein Fahrrad war aber auch ausgesprochen schwer. Der erste Drittel der Strecke war nicht wirklich einfach aber doch gut machbar. Und die Aussicht war grandios.

Etwa in der Mitte Strecke kam die wirkliche Herausforderung. Es ging von gut 150 m über Meer steil abwärts hinab zur Poley Bay. Und danach eben so steil wieder hinauf. Hier kam ich etwas ans Limit und konnte das Fahrrad fast nicht mehr den Pfad hoch schieben. Eine Alternative wäre gewesen Gepäck abzuladen und dieses hoch zu tragen. Soweit kam es aber zum Glück nicht. Nach einem längeren Kampf erreichte ich schliesslich wieder den flacheren Teil des Pfades. Weiter ging es durch eine abwechslungsreiche Landschaft von offenen Feldern und Wäldern Richtung Stony Bay. Der Pfad war von vorhergehenden Regenfällen z.T. etwas matschig aber es hielt sich in Grenzen.

Nach etwa 4 Stunden erreichte ich mit Stony Bay das Ende des gut 8km langen Pfades. Ich war so kaputt, dass ich gleich auf dem dortigen Zeltplatz übernachtete… Der Walkway war sicher eine Herausforderung und ein kleines Abenteuer. Man sollte sich aber gut überlegen, ob man diesen mit seinem Tourenrad machen will. Er ist nicht ungefährlich und recht anstrengend.

Stony Bay – Coromandel – Hahei
Nachdem ich mich von Suzanne und Max, meine freundlichen Neuseeländischen Zeltnachbarn verabschiedet hatte, ging es weiter. Nun wieder Richtung Süden. Erstmal auf Schotterpiste ziemlich steil einen Hügel hinauf und danach wieder hinunter. Beim hin abfahren hatte ich nach einem Schlag auf dem Hinterrad den Gedanken, dass ich mal schauen sollte, ob ich dort noch genug Luft im Schlauch hätte. Aber da war es schon zu spät, denn da war überhaupt keine Luft mehr drin. Mein erster Platten auf der Strasse seit Santa Lucia in Chile im März. Überrascht war ich ja nicht, da mein Reifen eben nicht wirklich für diese Art von Strasse gedacht ist. Ich war etwas aus der Übung, aber nach etwa einer halben Stunde war das Hinterrad repariert und ich wieder unterwegs. Ab sofort sehr vorsichtig, da ich keinen Ersatzschlauch mehr hatte. Und der alte Schlauch hatte zwei je gut 5mm lange Schnitte…

Die Strecke war ausgesprochen wellig und dass meine Nase lief wegen einer Erkältung bzw. Heuschnupfen half auch nicht wirklich. Aber auch so erreichte ich am frühen Nachmittag Colville und machte im Café erst Mal Mittagspause. Danach ging es weiter und am Abend war ich zurück in Coromandel Town. Die Umrundung der Nordspitze war vollbracht und ich glücklich aber auch ziemlich müde. So müde, dass ich gleich drei Nächte dort blieb… Und auch den Französischen Tourenfahrer Valentin traf. Er bleibt aber im Hostel und arbeitet etwas dort. Die Work and Travel Visas sind schon praktisch. Leider bin ich zu alt dafür…

Am Montag den 3. Dezember ging es schlussendlich doch noch weiter. Ich hatte die Wahl zwischen der asphaltierten Strasse nach Whitianga oder der Schotterpiste 309 quer durch die Berge. Ich entschied mich für die Schotterpiste, da diese interessanter tönte und kürzer war, wenn auch nicht wirklich schneller. Ich fuhr etwas vorsichtig, da ich noch keinen Ersatzschlauch hatte auftreiben können. Aber auch so erreichte ich kurz nach Mittag den Ort Whitianga, kaufte dort einen Ersatzschlauch und etwas Kettenöl und machte eine kurze Mittagspause. Nach einer sehr kurzen Fahrt mit der „Fähre“ ging es weiter Richtung Hahei. Dort gibt es zwei bekannte Sehenswürdigkeiten: Die Cathedral Cove und den Hotwater Beach. Da der Wetterbericht für den nächsten Tag nicht gut war, entschied ich mich die Cathedral Cove gleich besuchen zu gehen. Zwar hatte sich die Sonne schon hinter den Wolken versteckt, aber es lohnte sich trotzdem. Am Hotwater Beach kann man sich während der Ebbe am Strand im Sand ein Loch buddeln und sich dann in das heisse, sandige Wasser legen. Darauf hatte ich nicht wirklich Lust und verzichtete deshalb. Dafür hatte ich einen guten Abend mit dem finnischen Velofahrer Jocke „Thomas“ Eriksson und dem Amerikaner Eric Mortenson.

Und ja, dann wollte ich am nächsten Morgen eigentlich weiter. Thomas gab wegen seines Knies forfait und als ich abfahren wollte, regnete es in Strömen. Meine Motivation sank in den Keller und ich verlängerte im Hostel um eine weitere Nacht. So geht das :-). Aber am Donnerstag sollte es weiter gehen. Nächstes grösseres Ziel ist in etwa drei Tagen Rotorua. Danach geht es weiter nach Taupo und dann zu den Vulkanen Tongariro, Ngauruhoe und Ruapehu. Spätestens am 21. Dezember muss ich in Wellington sein, weil dann fährt die Fähre auf die Südinsel :-).

Viele Grüsse aus Hahei und eine schöne Adventszeit,

Stefan

PS: Bilder aus Neuseeland gibt es in der Gallerie.

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Über Stefan

I'm a telecommunication engineer by profession and like to discover the world by bike. I think, that it is the perfect speed to move but still be in touch with the world and the people which live there. And I'm very happy, that my girlfriend Susanna is joining me now on those adventures. If you are interested in other journeys we did so far, please also check my website www.biketravel.net. Stefan, Switzerland

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2 Gedanken zu “Neuseeland: Auckland & Coromandel

  • ursi

    Hi

    tönt spannend! Bei dir scheint es einiges Wärmer zu sein. Der Winter hat uns hier fest im Griff. Weiterhin gute Fahrt!

    wünscht Deine Schwö

  • Rolf

    Hallo Stefan,
    so wies twittert, scheinst Du wieder ein etwas grösseren Teil Wasser vor Dir zu haben 🙂 … bin schon auf Deinen nächsten upload gespannt!

    Gute Erholung und Transer auf die Südseite in Angriff nimmst !
    car salids, rolf

    Ps. habe den gestrigen Silvesterlauf gut überstanden 🙂