Zusammenfassung: Von Los Angeles bis Alaska


Nach einer spannenden Zeit in Südamerika ging es weiter in Nordamerika. Die Infrastruktur war natürlich erheblich besser, aber die eine oder andere Herausforderung gab es auch hier. Und dafür hatten wir ein gutes halbes Jahr Zeit.

Pacific Coast Highway und Yosemite Nachdem auch mein Velo den Weg von Südamerika nach Los Angeles gefunden hatte, ging es mit Ines, meiner Begleiterin auf diesem Teil der Reise, über den PCH (Pacific Coast Highway bzw. Highway 1) der Küste entlang Richtung Norden. Unterwegs konnten wir auf hilfsbereite Geister zählen, als z.B. Ines Knie nicht mitmachen wollte. Aber schliesslich war auch das Problem behoben und wir erreichten Monterey. Von dort ging es quer durch das Central Valley Richtung Yosemite, einem der bekanntesten Nationalparks der USA. Es war sehr heiss um die Mittagszeit, aber richtig zu schaffen machte uns eine Lebensmittelvergiftung kurz vor dem Park. So verbrachten wir längere Zeit auf einem Camping um wieder zu Kräften zu kommen. Aber schlussendlich erreichten wir doch das Yosemite Valley, ergatterten uns einen Platz in Camp 4, bestaunten die hohen Felswände (und die Kletterer daran) und wanderten etwas. Eine gute Abwechslung zum Velo fahren. Aber schlussendlich zog es uns doch weiter.

San Francisco bis Seattle Eigentlich wollten wir von Yosemite aus über den Tioga Pass zum Mono Lake fahren, um dort eine partielle Sonnenfinsternis zu geniessen. Leider klappte das aber nicht, da alle Zeltplätze auf dem Weg noch geschlossen waren und wild campieren nicht erlaubt war. So ging es halt zurück ins Central Valley und von dort weiter nach San Francisco. Und dort hatten wir das Glück die Sonnenfinsternis trotzdem noch etwas zu sehen. Nach dem Besuch der verschiedenen Sehenswürdigkeiten ging es über die Golden Gate Bridge weiter Richtung Norden. Zuerst wieder entlang der Küste, später durch beeindruckende Redwood Wälder. Schliesslich verliessen wir Kailfornien und damit verliess uns auch das schöne Wetter etwas. Oregon und später auch Washington waren bedeutend feuchter; dafür aber auch bedeutend grüner. Wir liessen uns nicht entmutigen und fuhren weiter. Kurz vor Seattle holten wir schliesslich die Sonne wieder ein. In Seattle war erst Mal Pause für unsere Velos. Sie bekamen hier ihr Wellnessprogramm und wir sattelten für zwei Wochen auf vier Räder um.

Ausflug nach Kanada, Yellowstone und Mt. St. Helens Zuerst machten wir einen Abstecher nach British Columbia, um Verwandte von Ines zu besuchen. Dann fuhren wir durch sinnflutartige Regenfälle weiter Richtung Südosten und erreichten schlussendlich den Yellowstone Nationalpark. Ich wäre gerne mit dem Velo dorthin gefahren, aber er war einfach zu weit weg von der Küste. So oder so war es den Besuch mehr als wert und auch das Wetter spielte mit. Nur mit dem Navigieren im Park hatten wir so unsere Mühe… Aber zum Glück gibt es nur eine Rundstrasse, auch wenn die etwas lange ist, wenn man in die falsche Richtung fährt… Weiter ging es zum Mount Rainier, den man sehr schön von Seattle aus sieht, und zum 1980 heftig ausgebrochenen Mount St. Helens. Zwar brodelt da im Moment nichts, aber es war für mich trotzdem sehr beeindruckend in dieser durch den Vulkanausbruch völlig umgestalteten Landschaft zu stehen. Uns lief die Zeit etwas davon und deshalb ging es wieder zurück nach Seattle, wo unsere Velos schon sehnsüchtig warteten und endlich wieder etwas gefahren werden wollten. Uns ging es gleich.

Per Velo und Schiff: Vancouver Island, Prince Rupert und Juneau Mit dem Zug ging es zuerst nach Vancouver und dort auf die Grouse Mountains um Grizzlies anzuschauen. Wir hofften beide, dass uns in Alaska kein solcher zu nahe kommen würde… Mit der Fähre setzten wir über nach Vancouver Island und fuhren dann in mehreren Tagen (die Insel ist wirklich lang) hoch bis an ihr nördliches Ende, wo wir an einem See den wunderbaren Sternenhimmel genossen. Nach einem Tag faulenzen und einem Whale watching Ausflug, nahmen wir wiederum eine Fähre. Dieses Mal nach Prince Rupert. Und da wir uns so ans Schiff fahren gewöhnt hatten, nahmen wir gleich die nächste mehrtägige Fähre nach Juneau. Speziell war da, dass man an Deck sein Zelt aufstellen durfte. So ein Zeltplatz ist natürlich fast nicht zu übertreffen. In Juneau setzen wir das erste Mal unsere Pneus auf Alaskischen Boden. Juneau ist zwar die Hauptstadt von Alaska, aber sie hat keine Strassenverbindung mit ausserhalb. Deshalb ging es nochmals mit der Fähre weiter bis nach Haines.

Bärenland: Haines und Alaska Highway, Denali Nur eine Tagesfahrt später, waren wir aber in Yukon und somit wieder in Kanada. Schon fast etwas verwirrend. Nun waren wir definitiv im Bärenland angekommen und auf dem Haines Highway liefen uns auch einige Schwarzbären über den Weg. Die hatten vor uns aber mindestens soviel Angst wie wir vor ihnen… Was uns natürlich mehr als Recht war. Wir fuhren weiter auf dem Alaska Highway Richtung Norden. Die Wälder wurden dichter und damit sahen wir immer weniger von der Landschaft. Und auch von den Bären. Wir querten zum letzten Mal die Grenze und waren nun endgültig in Alaska angekommen. Dies aber erst nachdem wir unsere Kanadischen Äpfel aufgegessen hatten… Alaska verwöhnte uns mit ein paar sehr schönen Sonnenuntergängen, wie der am Birch Lake. Und wunderbarem geräuchertem Lachs, den wir unterwegs geschenkt bekamen. Schlussendlich erreichten wir das Ende des Alaska Highways in Fairbanks und damit auch den nördlichsten Punkt unserer Reise.

Denali, Anchorage und Kenai In Fairbanks hatten wir das Glück auf dem Zeltplatz unsere ersten Nordlichter zu sehen. Und dies auch nur, da uns ein netter Nachbar um 1 Uhr morgens extra weckte :-). Von nun an ging es wieder Richtung Süden. Und dies für einmal wieder gegen den Wind. Schlussendlich erreichten wir den Denali Nationpark und erkundeten ihn ein wenig mit dem Bus. Ich wäre gerne mit dem Velo darin herumgefahren. Aber als einer der grossen Grizzlies sich gleich neben der Strasse zeigte, war ich doch froh im Bus zu sein… Wir sattelten wieder unsere Velos und fuhren weiter Richtung Süden. Und damit auch immer weiter hinaus aus dem Bereich der Polarlichter. Als sich endlich wieder eine klare Nacht abzeichnete, beschlossen wir nochmals um ein Uhr aufzustehen. Und was wir sahen verzauberte uns und wir kamen nicht mehr aus dem Staunen heraus (siehe rechts). Etwas müde machten wir uns am nächsten Morgen wieder auf den Weg. Mit dem schönen Wetter war es leider vorbei. Bis nach Anchorage begleite uns der Regen. Aber wir wollten nicht jammern, da wir sehr viel Glück mit dem Wetter hatten.

Kenai und Alaska Marine Highway Nach einem kurzen Aufenthalt in Anchorage (nach all der Wildnis fast ein Kulturschock), fuhren wir mit dem Bus ans Ende der Kenai Halbinsel in Homer. Von dort her machten wir uns wieder mit Velo auf den Weg zurück. Regen und Sturm begleiteten uns immer mal wieder, aber auch die Sonne zeigte sich. Wir verbrachten ein paar gute Tage in Seward, wo wir einen Sturm abwarteten und danach das klare Wetter auf einer Schiffstour genossen (nachdem diese am Tag zuvor wegen eines Unfalls abgebrochen wurde…). Schliesslich hiess es für Ines und mich Abschied zu nehmen. Sie flog nach Hause; und ich noch nicht. Ich wollte noch weiter. Aber auf fliegen hatte ich noch keine Lust und nahm deshalb die Fähre bis fast nach Seattle. Aber zuerst hatte ich noch einen wunderbaren Tag mit zwei Alaskischen Fischern. Und danach einige stürmische Tage auf der Fähre. Der Alaska Marine Highway ist definitiv eine Empfehlung wert. Wenn Ihr soviel Glück habt wie ich, dann seht Ihr vielleicht sogar einen springenden Buckelwal :-). Schlussendlich erreichte ich Seattle und nach ein paar Tage Pause ging es weiter. Dieses Mal nach Westen: Nach Japan. Die Heimat konnte und musste noch etwas warten. Mehr darüber bald oder schon jetzt in den Berichten aus dieser Zeit.

Stefan


Über Stefan

I'm a telecommunication engineer by profession and like to discover the world by bike. I think, that it is the perfect speed to move but still be in touch with the world and the people which live there. And I'm very happy, that my girlfriend Susanna is joining me now on those adventures. If you are interested in other journeys we did so far, please also check my website www.biketravel.net. Stefan, Switzerland

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