Ein kleines Abenteuer: Villa O’Higgins – El Chalten


Bereits unterwegs habe ich von Mari und Simon gehört, dass es in Villa O’Higgins keine Geldautomaten gebe und das evtl. keine Kreditkarten akzeptiert. Dies stellte sich dann auch als wahr heraus und liess bei mir schon etwas Panik aufkommen. Dies weil die Reise nach El Chalten mit einer Bootstrecke (80 USD) ziemlich teuer ist und mein Bargeld dafür äusserst knapp ist. Ich hatte dann aber Glück, dass die Agentur in O’Higgins meine USD Traveler Cheques akzeptierte… Nun stand der Reise nichts mehr im Weg als vielleicht das Wetter. Am Tag meiner Ankunft war es äusserst windig und die Überfahrt von El Chalten war deshalb erst verspätet und dann sehr unruhig, wie mir ein paar Reisende erzählten.

Aber am Samstag hatten wir, d.h. Marco und Paulo (zwei weitere Veloreisende, die am Tage zuvor mit Mari/Simon und Sonia/Carlos eingetroffen sind) mehr Glück. Nachdem wir am Morgen mit unseren Velos an die nahe Anlegestelle am Lago O’Higgins gefahren waren, genossen wir eine schöne wenn auch etwas unruhige Fahrt bei wunderbarstem Wetter zur anderen Seite des Sees bei Candelario Mancilla. Von dort führt zuerst eine Schotterpiste und dann ein enger Pfad Richtung El Chalten. Es gibt die Möglichkeit auf dieser Strecke sein Material auf einem Pferd (30 USD) transportieren zu lassen. Die anderen beiden transportierten alles selbst. Ich hatte mich schon im Vorfeld entschieden meinen Anhänger und das entsprechende Material transportieren zu lassen. Jonathan, ein Guide einer kleinen Trekkinggruppe half mir dabei dies zu organisieren. Nochmals danke an dieser Stelle! Ich hatte also noch mein Velo mit Lenkertaschen und die zwei Vordertaschen am Lowrider.

Nach einer kurzen Fahrt aufwärts erreichten wir das Chilenische Zollgebäude, wo unsere Pässe gestempelt wurden. Danach ging es weiter aufwärts auf einer Schotterpiste. Dieser Abschnitt ist mehrheitlich fahrbar. Nach einer Reifenpanne an Paulos Velo ging es bei immer noch super Wetter weiter Richtung Grenze. In der ferne sahen wir bereits die massive von Cerro Torres und Fitz Roy. Nach gut 15 km erreichten wir die Grenze. Ab hier beginnt ein ein gut 7 km langer, enger Pfad, der es doch in sich hat. Ich blieb mit meinen Vordertaschen immer wieder hängen, bis ich sie nach hinten hängte. Mit meinem Anhänger hätte ich hier massivste Probleme gehabt. Aber es gibt solche, die diese Strecke auch mit Anhänger bezwingen. Eine Herausforderung bieten speziell auch die Bäche, die auf Baumstämmen überquert werden müssen und stellenweise verläuft der Pfad in tiefen Gräben, die mit einem Anhänger kaum und mit viel Gepäck nur schwer zu befahren sind. Die Alternative ist hier natürlich abladen und tragen.

Nach 4 bis 5 Stunden erreichten wir das Argentinische Zollhaus an der Lagune Desierto. Auch hier stempelten wir unsere Pässe ab bevor es mit einem Boot über den See ging. Und ja, all mein Gepäck war ebenfalls gut angekommen und nicht an einer anderen Destination gelandet :-).

Um etwa 20h waren wir am südlichen Ende des Sees. Von El Chalten trennten uns noch gut 37 km Schotterpiste. Die anderen Passagiere nahmen dafür den Bus. Wir unsere Velos. Die Strecke war im Allgemeinen gut zu fahren. Es war aber doch schon fast 23h und damit dunkel bis wir eintrafen. Und wir mussten leider feststellen, dass alle (bezahlbaren) Unterkünfte komplett ausgebucht waren. So blieb uns nichts anderes übrig als zu campieren. Aber bevor wir schlafen gingen stiessen wir noch auf diesen wunderbaren Tag an :-).

On Lago O'HigginsOn Lago O'HigginsView towards El ChaltenPaulo

Weitere Informationen zu dieser Querung gibt es unter http://www.villaohiggins.com.

Viele Grüsse,
Stefan


Über Stefan

I'm a telecommunication engineer by profession and like to discover the world by bike. I think, that it is the perfect speed to move but still be in touch with the world and the people which live there. And I'm very happy, that my girlfriend Susanna is joining me now on those adventures. If you are interested in other journeys we did so far, please also check my website www.biketravel.net. Stefan, Switzerland

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