Und noch dies…


Ich bin im Moment mit der Fähre unterwegs von Punta Arenas nach Porvenir auf Feuerland. Folgende Geschichte von vor ein paar Tagen möchte ich Euch aber nicht vorenthalten :-).
Nach der Marathonetappe von gut 150km kam ich etwas müde in Villa Tehuelches an und machte mich auf die Suche nach einer Unterkunft. Ich fuhr durch das ganze Dorf, konnte aber nichts finden. Also fragte ich bei einem Haus, ob es denn in diesem Ort so etwas gäbe. Die etwas ältere Frau wusste aber keine Antwort und beriet sich mit ihrer ebenfalls älteren Mitbewohnerin. Sie kamen zum Schluss, dass es in einem nahen weissen Haus eine Unterkunft gäbe. Also ging ich mal dorthin.
Dieses weisse Haus war aber nur ein Kaffee und eine Unterkunft hatten sie keine. Ich wurde aber wiederum weiterverwiesen. Diesmal an ein Haus mit einem Schild.
Auf den ersten Blick sah es etwas teuer aus aber ich klopfte trotzdem mal. Aber keine Antwort. Dies obwohl Musik aus dem Inneren zu hören war . Ich klopfte an die Scheibe aber wiederum keine Antwort. So ging ich mal auf die Rückseite des Hauses um zu sehen, ob da jemand war. Ich fand niemand dafür aber einen unverschlossenen Hintereingang. Ich rief hinein aber wieder keine Antwort. Da kam ich doch zum Schluss, dass niemand im Hause sei und ging deshalb zu einem nahen Laden fragen.
Der jüngere Mann dort wusste aber auch nicht, wo die Besitzer seien. Er meinte aber, dass er eine gleichwertige Unterkunft habe und ob ich sie sehen wolle. Das wollte ich natürlich. So öffnete er in einem kleinen Anbau eine Türe. Zum Vorschein kam eine „Unterkunft“ die sicher schon längere Zeit keine Gäste mehr gesehen hatte. Überall lag Zeugs herum und es sah ziemlich desolat aus. Da es aber immer noch besser als nichts gewesen wäre, fragte ich, wieviel die den koste. 15’000 meinte er. Ohne Frühstück. Doch etwas überrascht sagte ich, dass dies doch etwas teuer sei. Schliesslich hätte es nicht mal ein richtiges Bett. Daraufhin ging er zum „Bett“. Als er aber die Konstruktion berührte, fiel sie fast auseinander. Darauf fragte er, wieviel ich den zahlen wolle und ich antwortete, dass ein hospedaje maximal 8’000 koste (wobei dann normalerweise das Frühstück inbegriffen ist und die Unterkunft in einer besseren Verfassung ist). Er meinte nur, dass dies auch ok sei.
Daraufhin ging ich wieder zu meinem Velo, welches noch vor der anderen Unterkunft stand. Zu ihm hatte sich in der Zwischenzeit aber noch eine junge Frau mit ihrem Kind gesellt und sie fragte mich, ob ich sie vorhin gesucht habe und ob ich eine Unterkunft bräuchte. Auf meine Frage, wieviel die den koste meinte sie: 8’000 mit Frühstück. Der Entscheid war gleich klar und ich ging zurück zum anderen um ihm zu sagen, dass ich seine Unterkunft doch nicht nehme. Er war gerade daran aufzuräumen und meinte dazu aber nur: ok. Und es schien ihm ziemlich egal zu sein…
Die schlussendlich gewählte Unterkunft „Flor del Potrero Lodging“ war den auch um Faktoren besser und ihr Geld mehr als wert :-).

Viele Grüsse aus der Magellanstrasse,
Stefan


Über Stefan

I'm a telecommunication engineer by profession and like to discover the world by bike. I think, that it is the perfect speed to move but still be in touch with the world and the people which live there. And I'm very happy, that my girlfriend Susanna is joining me now on those adventures. If you are interested in other journeys we did so far, please also check my website www.biketravel.net. Stefan, Switzerland

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